Selig – Und endlich unendlich
Als ich las, SELIG sind wieder da, dachte ich wirklich „Mensch, ihr seid so gut gewesen, warum macht ihr den Mythos nach 10 Jahren mit einer Comeback-Pleite kaputt?“. Dann legte ich mir die Platte zu. Und ich war überrascht. Der Stil der Band wurde mitgenommen in den Neuanfang und wurde noch verbessert. Eingängige Rocksongs treffen auf Balladen, die aber nicht schnulzig klingen. Sommer-Sonne-Feelgood-Sound aus deutschen Landen. Voller Kraft und Energie. Plewka als Sänger kokettiert auch in den Texten immer wieder mit missglückten Neuänfängen mit anderen Bands. Die Musik geht nach vorne, zwingt einen fast dazu, die Hifi-Anlage so weit aufzudrehen, dass selbst der Bewohner des Nachbarhauses klingelt, um sich über die Lautstärke zu beschweren. Aber selbst der wird sich die dann zulegen. Diese Platte ist absolut massenkompatibel, ohne Mainstream zu sein. Kaufen, Kaufen, Kaufen.
Kraftwerk 2009?
Ich habe heute eine neue Kraftwerk-Platte gehört. Das könnte ich denken, wenn ich die CD-Hülle nicht vorher gesehen hätte. Sythi-Klänge, die den Anfang der Platte bestimmen. Musikalische Reise in die Anfänge der elektronische Musik. Aber leider nur am Anfang. Spätestens beim 4. Titel wird klar: Es ist nicht Kraftwerk. So langweilig klang Kraftwerk nie. Auch der Rest der Platte macht das mehr als deutlich. Einheitsbrei und leider nichts neues. Keine Weiterentwicklung oder Öffnung einer neuen musikalischen Büchse der Pandora. Diese CD wird keinen Platz unter den persönlichen TOP 100 finden. Sie hätte vom Namen der Band her diesen Platz verdient, wenn das Werk das können widerspiegeln würde. Eine typische CD vom Format „Sie muss es nicht geben, aber Sie stört auch nicht“. Abwertend könnte man Sie unter Fahrstuhlmusik einordnen. Es ist übrigens Sounds of the Universe von Depeche Mode. Sorry Dave, Martin und Andy, aber das war nichts. Setzen, Sechs!